Demokratie macht Schule

Im Rahmen des Lokalen Aktionsplanes haben die SJD - Die Falken, das Anton-Schmaus-Haus und die Fritz-Karsen-Gemeinschaftsschule ein Projekt von Mai bis Dezember 2009 durchgeführt. Einen von dessen Meilensteinen, der gleichzeitig auch Höhepunkt des Projektes war, möchten wir hier detaillierter vorstellen.

SV-Seminar TeilnehmerInnen

Im Winter 2009 fand in der Kurt-Löwenstein-Bildungsstätte in Werftpfuhl ein Bildungsseminar zum Thema "Demokratie und Mitbestimmung in der Schule" für ca. 50 FKS-SchülerInnen statt.

Das Seminar war bewusst nicht nur für die gewählten SV-VertreterInnen ausgeschrieben, sondern auch für alle anderen SchülerInnen aus den Klassen 7 bis 13, die am Thema des Seminares Interesse zeigten. Die GrundschülerInnen sollen in einem weiteren Seminar von den neu ausgebildeten Peerleadern und einer Arbeitsgruppe, die sich auf diesem Seminar gefunden hat, mit einbezogen werden.

Ziel war es, die SchülerInnen zu einer aktiven demokratischen Teilhabe an der Schule, dem Unterricht und noch entstehenden Projekten zu motivieren und sie dazu inhaltlich und methodisch zu befähigen.

Grundvoraussetzung für das Gelingen war, dass die bereits ausgebildeten PeerleaderInnen aus den letzten LAP-Projekten ihr Wissen und Können weitergeben konnten und dieses Seminar von A-Z selbstständig geplant und durchgeführt haben. Fast alle sind selber SchülerInnen der FKS. Die Nachhaltigkeit der vergangenen Projekte ist somit erfüllt worden.

Aus dem Seminar sind vier neue Gruppen entstanden, die unterschiedliche Arbeitsaufträge entwickelt haben und die es zum Ziel haben, Missstände an der Schule über aktive Teilhabe und dem Grundgedanken "gemeinsam gewinnen" zu bearbeiten und zu überwinden. Wichtig war es den SchülerInnen, auch die LehrerInnen anzusprechen und sie für das Thema zu begeistern: "Keine Angst vor Mitbestimmung".

Konkret beschäftigen sich die vier Arbeitsgruppen mit folgenden Themen:

  • Eine Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der Frage, wie bereits GrundschülerInnen in aktive Demokratiearbeit mit einbezogen werden können. Die Arbeitsgruppe beschloss die Durchführung eines Kinderwochenendes, bei dem die SchülerInnen mithilfe der bereits ausgebildeten Peerleader selbst als Peerleader auftreten und den Grundschulkindern auf spielerische Weise Demokratie nahebringen sollen.
  • Eine zweite Arbeitsgruppe behandelte die Frage nach Mitbestimmungsmöglichkeiten an der Unterrichtsgestaltung. Konkret wurde die aktive Beteiligung an schulinternen Gremien sowie die Durchführung einer LehrerInnenfortbildung durch SchülerInnen geplant.
  • Die dritte Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der Frage, wie Forderungen bezüglich Misständen in der Schule konkret artikuliert und eingebracht werden können. Als vorläufiges Ergebnis wurde eine SchülerInnenzeitung erstellt, die in Kooperation mit der SchülerInnenzeitungs-AG der Fritz-Karsen-Schule an der Schule Verbreitung finden soll. Thematisch wurde sich darin unter anderem mit der problematischen Toilettensituation, dem Unterrichtsalltag in den sogenannten "AÜ-Stunden", die dem freien Lernen dienen sollen, sowie dem Bildungssystem auseinandergesetzt und SchülerInnen Hilfe bei Problemen angeboten.
  • Die vierte Gruppe beschäftigte sich mit der von vielen SchülerInnen als problematisch wahrgenommenen Verwendung der sogenannten "AÜ-Stunden", die dem freien Lernen dienen sollen, laut Aussagen der SchülerInnen aber oftmals von LehrerInnen für andere Zwecke genutzt werden. Die Gruppe formulierte Kritik und Änderungsvorschläge und brachte diese schließlich in Zusammenarbeit mit der dritten Gruppe in die SchülerInnenzeitung mit ein.

Insgesamt verlief das Seminar ausgesprochen erfolgreich, da es den Peerleadern, selbst meist noch SchülerInnen der Fritz-Karsen-Schule, gelungen ist, die TeilnehmerInnen zur aktiven Mitbestimmung an ihrer Schule zu befähigen zu motivieren und durch die Etablierung mehrerer Gruppen, die auch über das Seminar hinaus weiter an ihren jeweiligen Projekten arbeiten, auch Nachhaltigkeit zu gewährleisten und damit viele weitere SchülerInnen, auch der Grundstufe, in die Demokratiearbeit mit einzubeziehen.

Zitate von SchülerInnen:

Wie kann es eigentlich sein, dass wir in einer Gesellschaft leben, die wir nicht verstehen?

Warum ist Demokratie so schwer?

Ich muss nicht in einer SV sein, um mitzubestimmen!

Klar können LehrerInnen von uns lernen!

Wir hoffen, dass wir euch dazu bewegen können, mit uns gemeinsam unsere Meinung zu vertreten. Steht zu eurer Meinung - gemeinsam können wir das schaffen!

Wie kriegen wir die alle dazu, wenigstens ein bisschen Spaß an Demokratie zu haben?

Was die Politiker machen, wollen wir nicht, wenn wir das anders haben wollen, müssen wir ihnen unsere Meinung sagen und sie leben!

Auswertung der Peerleader über das Gesamtprojekt "Next generation"

Peerleader

Was den Peerleadern noch wichtig war:

Schade, dass die Weiterförderung nicht möglich ist. Gerade im Bereich der außerschulischen Jugendbildungsarbeit war eine Förderung sehr wichtig, und das Bezirksamt Neukölln sollte sich die Frage stellen, hier wieder mehr an Förderung zur Verfügung zu stellen. Die Zeiten, die hier zur Verfügung standen, haben die intensive Vor- und Nachbereitung erst möglich gemacht. Hier geht ein großes Stück Qualitätsstandard verloren.

Die Nachhaltigkeit ist durch den hohen Einsatz ehrenamtlicher Jugendlicher und Erwachsener gesichert. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Schule, Jugendverband und Einrichtung ist die Grundlage der Weiterarbeit gesichert und läuft.

Es wäre schön, wenn mehr Jugendverbände in Kooperation mit den Jugendzentren hier an den LAP-Projekte teilnehmen würden, da nur darüber wirkliche Nachhaltigkeit gesichert werden kann.

Wenn die SchülerInnen, die LehrerInnen und die Eltern Vertrauen gefunden haben, wenn erste Highlights zur Weiterarbeit motiviert haben, dann fängt die Arbeit erst richtig an und gibt den Jugendlichen erst die Möglichkeit, sich auch im "Freizeit"-Bereich aktiv zu beteiligen und demokratische Formen des Zusammenlebens, Gestalten und sich einzubringen zu lernen und zu leben.

Ohne Frau Maren Sierks mit tollen inhaltlichen Unterstützungen und Ratschlägen und vor allem unendlich viel Geduld, und Frau Heike Tornow hätten wir das nicht geschafft!

Wenn ihr Lust bekommt das auch an eurer Schule zu machen oder als Falkengleiderung, dann ruft uns an. Wir haben ein sehr gut ausgearbeitetes Konzept dazu, viele Materialien und Mehtoden neu Entwickelt dun wenn es um Demokratie geht, ist klauen erwünscht!

Von daher, schwingt zum Telefon oder schreibt uns eine Mail unter demokratiemachtschule@web.de


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